Innovative Lehrprojekte


Angewandte Phonetik

Dr. Anja Geumann
FB 09: Institut für Empirische Sprachwissenschaft, Abt. Phonetik

Die Vorlesung mit Tutorium “Angewandte Phonetik” für den Studiengang BA empirische Sprachwissenschaft-Schwerpunkt Phonetik im 4. Fachsemester gibt einen Überblick über Anwendungen der Phonetik wie Forensische Phonetik, Aussprachelehre, Pathophonetik. Als Qualifikationsziel sollen die Studierenden am Ende in der Lage sein, englisch- und deutschsprachige wissenschaftliche Artikel zu einem Themenbereich zu akquirieren, zu sichten und kritisch zu interpretieren und Untersuchungsmethoden adäquat einzusetzen.

Der Unterricht ist neben der Vermittlung von Fachinhalten ganz erheblich vertieft mit der praxis- und fachbezogenen Vermittlung von Verfahren der Literaturrecherche sowie dem Erlernen vom Lesen und Exerpieren von Fachartikeln beschäftigt. Es werden Elemente des inverted oder flipped classroom Ansatzes verwendet. Die Übungseinheiten zur Literaturrecherche können dank der guten Ausstattung und kleinen Kursgröße am Institut für Empirische Sprachwissenschaft von jedem Studierenden direkt am Computer durchgeführt werden. Dieser Kurs wird in regelmäßigem Turnus mit neuen Inhalten wiederholt.


Workshop Sprachdidaktik: methodisch-didaktische Umsetzung

Sabrina Geyer M.A.
FB 10: Institut für Psycholinguistik | Vorhaben initiiert von Rebecca Schuler

Die einsemestrige Einführungsveranstaltung „Fachdidaktik Deutsch“ hat zwei Themenschwerpunkte, die Sprachdidaktik und die Literaturdidaktik. Im Teil Sprachdidaktik der Vorlesung werden die Studierenden dazu angeregt, sich mit den in den Hessischen Bildungsstandards aufgeführten Bereichen zum Thema Sprache auseinanderzusetzen: Zu den Themen gehören u.a. mündlicher Sprachgebrauch, Schriftspracherwerb, Grammatikunterricht, Sprache als Reflexionsgegenstand, Textproduktion und Deutsch als Zweitsprache. Ein wichtiger Aspekt der Einführungsveranstaltung ist zudem die Vermittlung von methodisch-didaktischen Ansätzen, z.B. zum Grammatikunterricht, mit denen die angehenden LehrerInnen später im Deutschunterricht arbeiten werden. Aufgrund der Vielzahl der Konzepte stellt sich den Studierenden oft die Frage, mit welchem Ansatz bestimmte Fähigkeiten, wie z.B. die Schriftsprache oder grammatisches Wissen, am besten vermittelt werden können.

Um den Studierenden entsprechende Handlungskompetenzen für die Praxis zu vermitteln, wurde begleitend zur Einführungsveranstaltung ein Workshop konzipiert und in Form einzelner thematischer Workshoptage durchgeführt. Im Workshop wird gezielt mit den unterschiedlichen Ansätzen und Unterrichtsmaterialien gearbeitet. Den Studierenden wird zunächst ein kurzer Input zu den jeweiligen methodisch-didaktischen Ansätzen gegeben. Anschließend sollen diese dann an konkreten Beispielen erprobt werden. Ziel des Workshops ist es, einen Praxisbezug zur späteren Tätigkeit an der Schule herzustellen. Zum anderen ermöglicht der Workshop eine praxisnahe Auseinandersetzung mit den in der Vorlesung vermittelten Inhalten. Entsprechend soll das durch den Besuch der Einführungsveranstaltung theoretisch vermittelte Wissen erweitert und gefestigt werden. Somit kann der Workshop auch eine adäquate Vorbereitung auf Seminare im weiteren Studienverlauf sicherstellen und trägt somit zur Optimierung der Studieneingangsphase und zur Qualitätssicherung der Lehre bei.


Das IG Farben-Hochhaus als Ort deutscher Geschichte (SoSe 2014)

Dr. Markus Häfner
FB 08: Historisches Seminar

Wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sind mit dem IG-Hochhaus, in dem heute die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität angesiedelt sind, verknüpft: Die Fusion der IG Farben zum seinerzeit größten Chemiekonzern der Welt 1925 und der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes im Frankfurter Westend 1928-1930 während der Weimarer Republik, die Arisierung der IG Farben die Ersatzstoffproduktion, die Ausbeutung von Zwangsarbeitern und die Produktion von Zyklon B während des Nationalsozialismus, die Proklamation No. 2 durch Eisenhower 1945 und die Übergabe der Frankfurter Dokumente 1948 in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie die Nutzung des Gebäudes als US-Hauptquartier in Europa, die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach der Gründung der BRD und die Anschläge auf das IG Farben-Hochhaus durch die RAF 1972 und 1976 sowie der Umbau des IG-Hochhauses für die Frankfurter Universität nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Amerikaner.

An der Übung nahmen 20 Studierende teil. Ziel der Übung war es einen Ausstellungsrundgang zu entwickeln, der innerhalb des 3D-Informationssystems IG Farben-Haus 3D die historische Bedeutung des Gebäudes den Studienanfängern vermittelt. Die Studierenden suchten sich ihren Untersuchungsgegenstand selbst aus und entwickelten ein Konzept für die Integration der Inhalte in IGF3D. Ergänzend verfassten Sie zu 18 Themen ergänzende dreiseitige Ausführungen für die Ergänzung des virtuellen Ausstellungsrundgangs und die Onlineveröffentlichung im Rahmen des USE-Projektes auf http://use.uni-frankfurt.de/igf.


Grundkurs Katholische Theologie

Maximilian Röll M.A.
FB 07: Katholische Theologie

Der obligatorische Kurs für alle Studiengänge am Fachbereich Katholische Theologie besteht seit ca. 30 Jahren und gilt als „Initiationsritus“ in den Fachbereich. Im Rahmen des Starken Starts wurde eine kontinuierliche Betreuung des Kurses durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter ermöglicht und das bestehende Konzept mit den die Veranstaltung begleitenden Tutorinnen und Tutoren grundlegend überarbeitet.

Um in die Theologie als ein an aktuellen Fragestellungen interessiertes und in sich plurales Fach einzuführen, diskutieren im Kurs nun in fünf Sitzungen je zwei Fachvertreter theologischer Disziplinen zu einer aktuellen Fragestellung (z.B. Chancen und Grenzen demokratischer Strukturen in der Kirche). Die Studierenden erstellen semesterbegleitend ein Portfolio, mit dem sie sich auf die fünf Podiumsdiskussionen vorbereiten und gleichzeitig grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken (Bibliographieren, Zitieren,…), die zuvor gelehrt wurden, direkt anwenden.

Feedback erhalten Sie mittels Peer-Feedback-Methoden und durch ein ausführliches schriftliches Feedback am Semesterende durch den zugeteilten Tutor, die zugeteilte Tutorin. So soll nicht nur an ersten eigenen Textprodukten ins wissenschaftliche Arbeiten eingeführt werden, sondern zugleich motiviert werden, sich an den Diskussionen durch die intensive Vorbereitung zu beteiligen (Initiation in den wissenschaftlichen Diskurs).


Schreibwerkstatt Japanologie

Nicole Keusch
FB 09: Japanologie

In jeder geisteswissenschaftlichen Disziplin gibt es Kernkompetenzen, die für den Studienerfolg entscheidend sind. Die „kleinen Werkstätten“ der Schreibwerkstatt Japanologie bearbeitet eine bestimmte, klar umrissene Aufgabe, die sich in die Gesamtidee einfügt – das wissenschaftliche Arbeiten im Fach Japanologie zu verstehen und selbständig einordnen zu können sowie die Hintergründe und Motivation dabei nachzuvollziehen.

Jede kleine Werkstatt besteht dabei aus einer Mischung von Präsenzveranstaltungen, Eigenstudium und Gruppen- oder Projektarbeit. Durchgeführt wurden z.B. Werkstätten zu den Themen Wissenschaftlichkeit an der Universität, Lesetechniken, Arbeitsstrategien, Zielgruppengerechtes Schreiben oder Berufsorientierung.


Einführung in die Logik

Dr. Manfred Kupffer
FB 08: Institut für Philosophie

Die Veranstaltung benötigt einen hohen Übungsaufwand. Dazu bieten wir traditionelle Übungsaufgaben ("mit Papier und Bleistift") an, die von Tutoren (in Übungsstunden und Online-Foren) betreut und korrigiert werden. Dieses Modell hat den Vorteil, daß komplexe Fragen gestellt werden können, die Übertragungsleistungen efordern, und daß individuelle Kommentare möglich sind. Der Nachteil ist, daß zwischen Abfassung der Übung und Rückgabe der Korrektur mindestens acht Tage liegen. Deswegen setzen wir, insbesondere als Hilfe für den Erwerb grundlegender Kenntnisse, Online-Selbsttests ein. Hier gibt das Lernsystem sofort Rückmeldungen. Die Selbsttests wurden größtenteils von einem studentischen eLearning-Projekt erstellt ("LoPhia"), das ich mitbetreue.

An der Weiterentwickliung der Software arbeiten wir in meinem Projekt »Alphabete und Strukturen« (gefördert vom eLearning-Förderfonds der Goethe-Uni).

Domestic Dependent Nations – Seminar mit Konferenz (WS 2014/15)

Dr. Markus Lindner
FB 08: Institut für Ethnologie 

Das Seminar widmet sich Gegenwartsthemen aus dem Bereich der indigenen Bevölkerung Nordamerikas (politisch, rechtlich, wirtschaftlich, sozial) und leitet zugleich auf eine internationale Konferenz hin, die im Anschluss in Frankfurt stattfinden wird, und an der die Studierenden teilnehmen müssen. Neben der klassischen Seminarstruktur wird der erste Veranstaltungsteil auch Sondersitzungen beinhalten, in denen die Studierenden etwas über die Planung einer Konferenz lernen. Dazu gehören u.a. die Besprechung der eingereichten Vortragsproposals, das Schreiben eigener Proposals und die sonstige Organisation einer Tagung. Auf diese Weise werden  theoretisches Lernen und praktische Anwendung verknüpft. Dies wird auch durch didaktische Maßnahmen wie ein Planspiel gegen Ende des Seminarteils besonders gefördert. Hier soll das inhaltlich erlernte umgesetzt werden.

Die Konzeption der Veranstaltung erfolgte in Absprache mit dem Interdiziplinären Kolleg Hochschuldidaktik (Carmen Heckmann) und wird vom Förderfond Lehre unterstützt. Sie steht bei freien Plätzen auch Studierenden anderer Fächer offen, die sich für das Thema interessieren.


Mentor*innenschulung

Fabienne Peter
FB 01: Rechtswissenschaft | Kooperationspartner am FB 01: Lars Gußen

Die mehrtägige Schulungdient der Ausbildung und der fachspezifischen Weiterbildung für MentorenInnen. Zu Beginn eines jeden Semesters findet sowohl eine 4-tägige Einführungsschulung als auch eine 1-tägige Fortgeschrittenenschulung statt. Das Ziel der Schulungen ist die professionelle Vorbereitung der MentorenInnen als  Kleingruppenbetreuer/in  der Einführungswoche sowie als Ansprechpartner/in der Studienanfänger/innen während der ersten Semester. Das Konzept verbindet die organisatorisch inhaltliche Vorbereitung mit einer hochschuldidaktischen Qualifikation.

An den Schulungen nehmen bis zu 20 Teilnehmer teil. Hierbei wird u.a. fachliches Grundlagenwissen für die individuelle Studienorganisation erworben, sowie in Rollenspielen Beratungsgespräche erprobt. Die MentoreInnen werden geschult in didaktischen Qualifikationen, wie dem richtigen Präsentieren, dem sinnvollen Feedbackgeben und der Rollenklärung.

Zurzeit wird eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schreibzentrum zur Weiterbildung der MentorenInnen für eine fachspezifische Schreibberatung geplant.

Die Bibel in Wort und Bild (WS 13/14)



Dr. Johanna Scheel
FB 09: Kunstgeschichtliches Institut (bis 3/2015, seit 4/2015 am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg)

in Kooperation mit Kathrin Henrich (Frankfurter Akademisches Schlüsselkompetenz-Training) und Christian Stein (ABL, bis 9/2014 Mitarbeiter am Zentrum Geisteswissenschaften, FB06: Evangelische Theologie)

Das Seminar widmete sich ausgewählten Motiven, Personen und Texten der Bibel sowie deren Umsetzung in kunstgeschichtlich relevanten Werken des Mittelalters. Im Verlauf des Semesters wurden zentrale biblische Texte und ihre ikonographischen Umsetzungen untersucht, analysiert und in Zusammenhang gesetzt. Die exemplarische Analyse von biblischen Personen, Motiven, Symbolen und typologischen Bezügen wurde vermittelt.

Das Seminar war eine fachübergreifende kooperative und kollaborative Lehrveranstaltung für ca. 50 Studierende der evangelischen Theologie und der Kunstgeschichte. Dabei wurde fachliches Grundlagenwissen für das weitere Studium erworben sowie innovative Arten wissenschaftlichen Arbeitens erprobt und eingeübt, darunter das Führen von Leseprotokollen, div. Gruppenarbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Schlüsselkompetenz-Training wurde den Studierenden die simultane Posterpräsentation als neuartige Form der Präsentationvorgestellt und anstelle von ausführlichen Referaten als Teil des Leistungsnachweises durchgeführt.


Vorbereitungskurs Literaturwissenschaften

Apl. Prof. Dr. Bernd Zegowitz
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik

Seit dem WS 2013/14 bietet der Fachbereich 10 einen zweiwöchigen Vorbereitungskurs an, um Studierenden den Start ins Studium zu erleichtern. Die Blockveranstaltung, die in den letzten beiden Wochen der Semesterferien stattfindet, richtet sich an Studierende, die aus dem Ausland kommend an der Goethe-Universität studieren wollen und oft auch schon eine Reihe von Studien- und Prüfungsleistungen in ihren Herkunftsländern erworben haben.

Am Beispiel von Themen und Fragestellungen, die für das literaturwissenschaftliche Studium relevant sind, werden fachwissenschaftliche und methodische Kernkompetenzen sowie Sprachkenntnisse vermittelt und vertieft. So werden kürzere literarische Texte analysiert und interpretiert und  ‚kleinere’ Formen, die im Studienalltag immer wieder einzusetzen sind, eingeübt. Daneben geht es auch um die mündliche Präsentation wissenschaftlicher Inhalte. Der Kurs dient damit nicht nur der Auffrischung und Erweiterung literaturwissenschaftlicher Grundkenntnisse sowie der Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitstechniken, sondern auch der Flexibilität in Bezug auf Schreib- und Redeanforderungen und sieht sich darüber hinaus allgemein als Trainingsfeld für den Einstieg in ein erfolgreiches Studium.

» Weitere Informationen zum VORbereitungskurs