Im September 2019 wurde erstmalig an der Goethe-Universität Frankfurt eine fünftägige Kompaktwoche für (angehende) Tutor*innen durchgeführt – die TutorSummerSchool. Die Trainingswoche wurde vom Mitarbeiterinnen-Team und studentischen Hilfskräften der Tutorenqualifizierung (studiumdigitale) gemeinsam konzipiert, organisiert und durchgeführt. Die insgesamt 18 Teilnehmenden kamen aus fast allen Fachbereichen der Goethe-Universität.

Ziel der TutorSummerSchool war es, in einer intensiven Kompaktwoche (angehende) Tutor*innen auf ihre Beschäftigung vorzubereiten, Kompetenzen in der tutoriellen Lehre zu stärken und zu vertiefen und gleichermaßen eine kompakte Modulbearbeitung für das neue Frankfurter Tutorenzertifikat zu ermöglichen. Bestandteile waren ein Grundlagentraining, das Basiswissen zur Hochschullehre vermittelt mit den Themen Rollenverständnis, Persönlichkeit, Kommunikation, Störungen und Lehrplanentwicklung und vertiefende Trainings zu Klein- und Großgruppen, Methodenvielfalt, Stimm- und Bühnenpräsenz, Feedback-Kultur und Transfer (s. Programm).

Neben der Vorbereitung auf die tutorielle Lehre waren auch die Bildung und Festigung einer Identität als Tutor*in sowie die Vernetzung von Tutor*innen untereinander essentielle Ziele. Entsprechend war die Gestaltung der Woche darauf ausgerichtet, z.B. durch gemeinsame Abendaktivitäten und Rituale (Hidden Friend-Methode). Es entstand eine kohäsive, produktive und effektive Gruppe, deren Dynamik das gemeinsame Lernerlebnis nahezu zu einem Selbstläufer machte.

Die Teilnehmenden selber sorgten für diverse und vielseitige Beiträge in den Trainings und spiegelten damit auch die große Bandbreite des Tutor*innendaseins wieder. Durch die vielfältigen Methoden wurde immer wieder ein Praxisbezug hergestellt und auf Meta-Ebene reflektiert. Besonderes Highlight war, dass zwei der Trainings von einem unserer studentischen Trainer durchgeführt wurden und so die Teilnehmenden schon am ersten Trainingstag im Sinne des Peer Learning-Gedankens von einem studentischen Trainer (und ehemaligen Tutor) auf Augenhöhe abgeholt wurden.

Sechs Wochen nach der TutorSummerSchool fand ein Alumni-Treffen statt, an dem sechs der Alumni teilnahmen und über ihre praktischen Erfahrungen, die sie in Ihren Tutorien umsetzen konnten, berichteten.


Einzelne Stimmen zur TutorSummerSchool

Teilnehmende

„Die Arbeitsatmosphäre war ausgezeichnet. Das Arbeiten in einem Tutorium wurde in der SummerSchool schon vorbildlich vorgelebt. Jedes Konzept wurde immer in irgendeiner Form visualisiert. Die große Vielfalt in den Arbeitsmethoden hat sehr dazu beigetragen, die SummerSchool lebhafter und interessanter zu machen.“ - P. J., Musikwissenschaften

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Alumni

„Die Einführungsrunde meines Tutoriums habe ich mit 50 Leuten gemacht, das hat eine Stunde gedauert. Aber es hat sich gelohnt! Hinterher war die Atmosphäre anders, die Leute waren entspannter. […] So kam der Kontakt zustande, das ist wichtig bei uns. […] Es haben sich Leute gefunden, die haben miteinander Quatsch gemacht. Das ist auch für später wichtig, wenn es mal zu Gruppenarbeiten kommt. Dann muss ich die nicht einteilen, das kommt von selbst. […] Hauptsache es fühlen sich alle wohl und können sich auf die Inhalte konzentrieren.“ - D.T., Informatik

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Trainer Samuel Sindhu (studentischer Tutorentrainer)

Die konzeptionelle Planung der ersten TutorSummerSchool an der Goethe-Universität und deren erfolgreiche Umsetzung war für mich als Teammitglied ein besonderes Highlight. Insbesondere kann ich die positive Lernatmosphäre betonen, welche neben den qualitativ hochwertigen fachlichen Inhalten die TutorSummerSchool geprägt hat. Dadurch konnten wir unseren Teilnehmenden ein effektives und gleichzeitig unterhaltsames Lernerlebnis ermöglichen, welches relevant für Kopf, Herz und Hand war. Die sehr gut besuchten beiden offenen Abende haben einen starken Einfluss auf die Kohäsion der Gruppe gehabt. Die Trainingstage der externen Trainerinnen wurden dabei passend in die Gesamtstruktur der TutorSummerSchool integriert, so dass wir im Rückblick von einem bunten didaktisch-methodischen „Kunstwerk“ sprechen können.

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Trainerin Alexandra Liebst-Ziegler (Musik-und Theaterpädagogin)

Von der TutorSummerSchool war ich von Anfang bis Ende sehr begeistert! Allein in der Vorbesprechung mit der Trainerin Ulrike Timmler ist mir aufgefallen, wie wertschätzend und wohlwollend von den Studierenden gesprochen wird, die sich zu Tutor*innen weiterentwickeln wollen. Ich hatte den Eindruck, dass das Team der Tutorenqualifizierung ganz genau durchschaut hat, vor welchen Herausforderungen die Studierenden dabei stehen. So konkret wie möglich, so praktisch anwendbar wie möglich und so niederschwellig wie möglich wurde ein sehr durchdachtes Konzept entwickelt. 

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Studentische Hilfskraft Eva Bein (studentische Tutorentrainerin)

Die TutorSummerSchool war für mich ein ganz besonderes Projekt, weil wir studentischen Trainer*innen uns bei der Planung mit unseren eigenen Ideen inhaltlich und konzeptionell einbringen konnten und die Woche somit gleichberechtigt mitgestalteten. Wir waren alle ein bisschen aufgeregt, hätten uns den Verlauf aber nicht besser ausmalen können. Ich als Teilnehmerin an der Woche konnte dann sowohl aus meiner Sicht als ehemalige Tutorin als auch aus Sicht als Tutorentrainerin immer wieder Neues lernen und meinen Horizont erweitern.

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Studentische Hilfskraft Jan Eggert (studentischer Tutorentrainer)

Ich habe die Zeit während der TutorSummerSchool als eine sehr positive und intensive Arbeitsatmosphäre mit sehr verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Fachbereichen erlebt. Schon vom ersten Tag an war ein deutliches Interesse aller Mitwirkenden zu spüren, gemeinsam eine spannende Woche zu verbringen. Obwohl die Teilnehmenden aus den verschiedensten Fachbereichen kamen und in ihren Persönlichkeiten sehr verschieden waren, einte die Woche und die Rolle als Tutor*in die Gruppe von Anfang an. Alle Teilnehmenden zeigten große Offenheit und Interesse gegenüber den Konzepten der Trainer*innen. Besonders aufgefallen ist mir während der gemeinsamen Woche die ausgeprägte Bereitschaft der gesamten Gruppe, sich offen zu zeigen, Übungen, die ein Verlassen der Komfortzone forderten bereitwillig umzusetzen und ehrliches und konstruktives Feedback zu geben.

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Organisatorinnen Ulrike Timmler (Trainerin und Coach) und Bettina Kühn (Koordination und Beratung)

Wir haben erstmals eine Trainings-Kompaktwoche für Tutor*innen durchgeführt. Es war in vieler Hinsicht eine sehr reiche Erfahrung und ein großes Erlebnis. Zum einen haben wir die einwöchige TutorSummerSchool gemeinsam mit drei studentischen Hilfskräften, die bei uns zum TutorTrainer ausgebildet wurden, entwickelt und umgesetzt. Der Bedarf von Studierenden „partizipativ an Lehrkonzepten mitzuwirken und die eigene Lehrkompetenz zu entwickeln“ war für uns eine relevante Richtschnur.

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