Forschendes Lernen / Service Learning

Af forschendeslernen gross

Lehre ist das Kerngeschäft der Universität. Gemeinsam mit Forschung und im Idealfall mit ihr verbunden bestimmt die Lehre den Alltag der Wissenschaftler*innen – den der Studierenden sowieso. In kleineren praxisnahen Projekten führen Lehrende am Zentrum Geistenwissenschaften an Forschung heran und bieten Ihnen Möglichkeiten, ihre Ergebnisse zu präsentieren oder (online) zu veröffentlichen.

Im Arbeitsfeld tätige Mitarbeiter*innen

PD Dr. Ingo Feldhausen
FB 10: Institut für Romanische Sprachen und Literaturen

PD Dr. Feldhausen wendet regelmäßig das Konzept des forschenden Lernens in seinen Seminaren an. Basierend auf dieser Methode sind bislang sechs Konferenzvorträge und vier begutachtete Publikationen mit Studierenden hervorgegangen. Typischerweise lesen Studierende nur von Experimenten, haben aber selbst kaum Erfahrung mit der Erstellung von Korpora, mit der Suche von Probanden, mit der methodologischen Durchführung von Pilot- und den eigentlichen Experimenten und mit der Auswertung der Daten. Durch das forschende Lernen sollte diese Thematik angegangen werden.

  • Unter forschendem Lernen versteht man mit Huber (2009:11)[1] das studentische Lernende den Prozess eines Forschungsvorhabens in seinen wesentlichen Phasen (mit)gestalten, erfahren und reflektieren. Ingo Feldhausen hat diese Idee im Rahmen der Sprachwissenschaft umgesetzt - konkret hat er die Methode in selbst konzipierten Hauptseminaren zu Sprachatlanten der Intonation verwirklicht. Unter Sprachatlanten versteht man die kartographische Beschreibung sprachlicher Phänomene unter dem Aspekt ihrer räumlichen Verbreitung (Kabatek & Pusch 2008:231)[2]. Intonation bezieht sich auf den Verlauf der Sprachmelodie über die Äußerung hinweg (Pompino-Marschall 2003: 246)[3]. Ausgehend von der Methode und den Untersuchungen des Intonationsatlas für das Französische, Italienische und Spanische (Prieto & Roseano 2009-2013[4], Prieto et al. 2010-2014[5], Vanrell, Feldhausen & Astruc 2018[6]) sollten sich die Studierenden in einen Satztyp (Aussagesatz, Entscheidungsfrage, Ergänzungsfrage, Vokativ, Imperativ,…) sowie eine spanischsprachige Region ihrer Wahl aussuchen und eine eigenständige experimentelle Studie durchführen. Dafür mussten die Studierenden eine Fragestellung bzw. eine Hypothese formulieren, Stimuli erstellen, Versuchspersonen suchen, die Daten erheben, auswerten und diskutieren. Ziel war nicht nur die Durchführung eines eigenen, kleinen Forschungsvorhabens, sondern auch die Gewinnung von für Dritte interessante Erkenntnisse (vgl. Huber 2009:11). Basierend auf dieser Idee wurden mit der Hilfe von Herrn Feldhausen hervorragende Forschungsvorhaben überarbeitet und auf internationalen Konferenzen mit Begutachtungsverfahren eingereicht, vorgetragen und publiziert. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind aus dieser Herangehensweise mehrere Konferenzbeiträge und insgesamt vier Veröffentlichungen entstanden (Brehm et al. 2014, Lausecker et al. 2014, Huttenlauch et al. 2016, Feldhausen & Lausecker 2018).

    [1] Huber, L. (2009). Warum Forschendes Lernen nötig und möglich ist. In: L. Huber, J. Hellmer & F. Schneider (Hrsg.): Forschendes Lernen im Studium. Aktuelle Konzepte und Erfahrungen. Bielefeld: UVW, Webler, S. 9–35.

    [2] Kabatek, J. & C. Pusch (2008). Spanische Sprachwissenschaft: Eine Einführung. Tübingen: Narr.

    [3] Pompino-Marschall, B. (2003). Einführung in die Phonetik. Berlin: De Gruyter.

    [4] Prieto, P. & Roseano, P. (eds.) (2009-2013). Atlas interactivo de la entonación del español. http://prosodia.upf.edu/atlasentonacion/

    [5] Prieto, P., Borràs-Comes, J. & Roseano, P. (eds.) (2010-2014). Interactive Atlas of Romance Intonation. <http://prosodia.upf.edu/iari/>

    [6] Vanrell, M., I. Feldhausen & L. Astruc (2018). The Discourse Completion Task: status quo and outlook. In: Feldhausen, I., J. Fliessbach & M. Vanrell (eds.). Methods in prosody: A Romance language perspective. Berlin: Language Science Press, 191-227.

Lehrforschungsprojekt USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen im Rahmen von GU 100

Dr. Markus Häfner & Prof. Dr. Barbara Wolbring
FB 08: Historisches Seminar | Koordinatorin des Zentrums Geisteswissenschaften & FB 08: Historisches Seminar 

Das Projekt richtet sich an Lehrende mit dem Vorschlag, aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität Lehrveranstaltungen anzubieten, die aus den jeweiligen disziplinären Perspektiven die Universität und insbesondere Studium und Studierende zum Gegenstand nehmen.

Die beteiligten Projekte sind als reguläre Studienangebote in verschiedenen Fächern angesiedelt. Sie betrachten die Goethe-Universität mit den Fragestellungen und Methoden ihrer Disziplin und zeigen damit die Vielfalt der Goethe-Universität.

Zielsetzungen und Vorhaben

  • Studierende führen kleinere Forschungsarbeiten durch
  • Onlineveröffentlichung studentischer Arbeiten und Ergebnisse auf http://use.uni-frankfurt.de: bisher über 100 Veröffentlichungen
  • 70 Studierende und Lehrende präsentierten in 50 Vorträgen, Präsentationen u.ä. im Rahmen des Studienkongresses UNIversal am 15. Juli 2014 ihre Ergebnisse und Projekte
  • Studierende erforschen die Goethe-Universität (Personen, Gebäude, Pflanzen, Normen …)
  • Lehre und Ergebnisse aus Lehrveranstaltungen sichtbar machen
  • Aktive Einbeziehung von Studierenden und Lehrenden in das Universitätsjubiläum
  • Goethe-Universität als Ort von Studium und Lehre präsentieren
  • Raum schaffen für die Vielfalt der Fragestellungen und Methoden der Fächer
  • Überfachliche Beziehung zwischen den Fächern herstellen
  • Fragestellungen der Disziplinen und Fachperspektiven auf den Themenkreis Universität, Studium und Studierende anwenden

Martin Stelte M.A.
FB 08: Historisches Seminar

  • Betreuung der USE-Plattform: use.uni-frankfurt.de
  • Beratung und technische Unterstützung bei der Konzeption und Erstellung von Webprojekten, -seiten und -präsentationen

Prof. Dr. Bernd Zegowitz
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik

  • Interdisziplinäres Lehrforschungsseminar am Fachbereich 10 (Neuere Philologien) anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Universität im Jahr 2014 
  • Fragestellung: Wer waren die Literaturwissenschaftler, die bei der Gründung 1914 an die Universität Frankfurt am Main berufen wurden, die das akademische Leben der Stadt Frankfurt in der Weimarer Republik mitprägten, die nach 1933 in Frankfurt weiterhin Literaturwissenschaft betrieben oder die vertrieben wurden? 
  • Im Rahmen des Projektes entstand eine virtuelle Ausstellung mit 20 detaillierten Portraits Frankfurter Literaturwissenschaftler
  • Online unter https://use.uni-frankfurt.de/literaturwissenschaftler

Ehemalige Mitarbeiter*innen

Ann-Laurence Maréchal-Haas M.A.
FB06: Religionswissenschaft

  • Koordination und Durchführung von Praxisprojekten und Praktika (Modul 005 und 010) unter Einbindung der Fachkolleg*innen
  • Einführungsveranstaltung in die Praxisprojekte