Innovative Lehrprojekte

Dr. Hilja Droste Das mittelalterliche Frankfurt – interaktiv: Ein interdisziplinäres Service-Learning-Projekt der Fächer Kunstgeschichte und Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt (WS 2017/18)
Dr. Anja Geumann Angewandte Phonetik
Dr. Sabrina Geyer Workshop Schulgrammatik
Dr. Markus Häfner Das IG Farben-Hochhaus als Ort deutscher Geschichte (SoSe 2014)
Maximilian Röll M.A. Grundkurs Katholische Theologie
Nicole Keusch Schreibwerkstatt Japanologie
Dr. Manfred Kupffer Einführung in die Logik
Dr. Markus Lindner Domestic Dependent Nations – Seminar mit Konferenz (WS 2014/15)
Dr. Markus Lindner

Projektseminar: Ausstellung „Plakatiert! Reflexionen des indigenen Nordamerika“ (WS 2018/19 und SoSe 2019)

Dr. Markus Lindner & Dr. Hilja Droste Symbol & Ornament. Warburg, Nolde und die Hopi
Soyeon Moon Koreanisch Grundstufe mit Blended Learning
Dr. Stephanie Mühlenfeld Mittelhochdeutsch-Online-Lernplattform
Dr. Fabienne Peter Mentor*innenschulung
Dr. Iris Schäfer Entwicklung von lehramtsspezifischen Studienmodulen im Projekt "Starker Start"
Dr. Johanna Scheel & Kathrin Henrich Die Bibel in Wort und Bild (WS 13/14)
Dr. des. Fabian Seitz Studentische Schreib- und Argumentationsberatung am Institut für Philosophie
Prof. Dr. Barbara Wolbring Forschendes Lernen im Seminar
Prof. Dr. Barbara Wolbring Feedback von Texttutor*innen – Unterstützung für Studienanfänger*innen in den Proseminaren Neuere Geschichte
Prof. Dr. Bernd Zegowitz Vorbereitungskurs Literaturwissenschaften
Prof. Dr. Bernd Zegowitz & Dr. Frank Estelmann Frankfurter Literaturwissenschaftler 1914-1945 (SoSe 2013; WiSe 2013/14)


Das mittelalterliche Frankfurt – interaktiv: Ein interdisziplinäres Service-Learning-Projekt der Fächer Kunstgeschichte und Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt (WS 2017/18)

Dr. Hilja Droste
FB 09: Kunstgeschichtliches Institut

zusammen mit Dr. Gabriele Annas (FB 08: Historisches Seminar / Deutsche Reichstagsakten, Ältere Reihe) und Dr. des. Peter Gorzolla (FB 08: Historisches Seminar).

Jenseits des bereits seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts anhaltenden öffentlichkeits-wirksamen Mittelalterbooms konkretisieren sich in der Beschäftigung mit dem „fernen Spiegel“ Mittelalter die materiellen und historischen Wurzeln europäischer Gesellschaften, die als gelebtes Erbe bis in die Gegenwart hineinreichen. Die Gegenwärtigkeit des Vergangenen vor dem Objekt der überbauten Stadt auch für eine breitere Öffentlichkeit – im Rahmen eines Service-Learning-Projekts – sichtbar zu machen, war das Thema der interdisziplinären Lehrveranstaltung, die im Wintersemester 2017/18 an der Goethe-Universität Frankfurt/Main unter dem Titel „Das mittelalterliche Frankfurt – interaktiv“ abgehalten wurde. Gemeinsam mit Studierenden der Kunstgeschichte und Geschichte und in Kooperation mit vier städtischen Institutionen (Historisches Museum Frankfurt, Institut für die Stadtgeschichte, Jüdisches Museum und Städel-Museum) wurden dabei insgesamt sieben interaktive Stadt¬rundgänge zur Geschichte, Kunst und Kultur des mittelalterlichen Frankfurt für ein (kunst-)historisch interessiertes Publikum entwickelt.

Als digitale Grundlage wurde eine allgemein verbreitete, leicht zu bedienende und für den Nutzer kostenlose Mobilfon-App (Actionbound) verwendet, die als Einzel- oder Gruppenbound durchgeführt werden kann. Durch die vielfältigen medialen Möglichkeiten dieser interaktiven Bounds – Texte, Abbildungen, Audio- und Videodateien – können in Verbindung mit spielerischen Elementen auch komplexe Sachverhalte anschaulich und wissenschaftlich fundiert vermittelt werden. Ausgerichtet auf spezifische Zielgruppen wurden von den Studierenden „klassische“ Stadtrundgänge ebenso konzeptualisiert wie personalisierte (auch mundartliche) Führungen durch fiktionale oder historische Persönlichkeiten, Messe und Handel ebenso thematisiert wie Prostitution, die Geschichte eines Kunstobjekts und seines Auftragsgebers sowie das jüdische Leben im mittelalterlichen Frankfurt.

Das Projekt wurde von der Benvenuto Cellini-Gesellschaft e.V. und historiae faveo gefördert.


Angewandte Phonetik

Dr. Anja Geumann
FB 09: Institut für Empirische Sprachwissenschaft, Abt. Phonetik

Die Vorlesung mit Tutorium “Angewandte Phonetik” für den Studiengang BA empirische Sprachwissenschaft-Schwerpunkt Phonetik im 4. Fachsemester gibt einen Überblick über Anwendungen der Phonetik wie Forensische Phonetik, Aussprachelehre, Pathophonetik. Als Qualifikationsziel sollen die Studierenden am Ende in der Lage sein, englisch- und deutschsprachige wissenschaftliche Artikel zu einem Themenbereich zu akquirieren, zu sichten und kritisch zu interpretieren und Untersuchungsmethoden adäquat einzusetzen.

Der Unterricht ist neben der Vermittlung von Fachinhalten ganz erheblich vertieft mit der praxis- und fachbezogenen Vermittlung von Verfahren der Literaturrecherche sowie dem Erlernen vom Lesen und Exerpieren von Fachartikeln beschäftigt. Es werden Elemente des inverted oder flipped classroom Ansatzes verwendet. Die Übungseinheiten zur Literaturrecherche können dank der guten Ausstattung und kleinen Kursgröße am Institut für Empirische Sprachwissenschaft von jedem Studierenden direkt am Computer durchgeführt werden. Dieser Kurs wird in regelmäßigem Turnus mit neuen Inhalten wiederholt.


Workshop Schulgrammatik

Dr. Sabrina Geyer
FB 10: Institut für Psycholinguistik

Für viele sprachdidaktischen Lehrveranstaltungen werden Grundlagenkenntnisse über (schul)grammatische Termini und Konzepte vorausgesetzt, über die nicht bei allen Studierenden in ausreichendem Maße vorausgesetzt werden können (vgl. Granzow-Emden, 2002). Die im universitären Kontext vermittelten grammatischen Modelle und Termini haben trotz wesentlicher Forschungsbemühungen seitens der Sprachdidaktik bislang kaum Eingang in die Schulpraxis gefunden (Kleinbub, 2015; Granzow-Emden, 2015). Die in der Praxis verwendete Schulgrammatik wird mitsamt ihrer Termini von Seiten der Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik u.a. wegen ihrer unzureichenden linguistischen Fundierung seit Jahren kritisiert und im universitären Kontext nicht verwendet (Müller, 2003). Dennoch werden Studierende in Unterrichtsmaterialien mit diesen Begriffen konfrontiert. Die Konfrontation mit verschiedenen, divergierenden Grammatikmodellen erfordert von den Studierenden eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gegenstandsbereich der Grammatik, bei der es gelingen muss, Grammatikkonzepte mitsamt ihrer Termini zu hinterfragen, voneinander abzugrenzen und aufeinander beziehen zu können.
Mit Hilfe des Workshops Schulgrammatik soll zu einer Professionalisierung angehender Deutschlehrkräfte beigetragen werden. Ziel des Workshops ist es, durch die Beschäftigung mit verschiedenen Grammatikkonzepten und Termini bei den Studierenden grammatische Begriffsbildungsprozesse anzuregen und eine Orientierung hinsichtlich sprachlicher Strukturen zu ermöglichen, von der sie bei ihrer Tätigkeit als Lehrkraft langfristig profitieren. Die Studierenden sollen im Workshop dabei unterstützt werden, schulische Praktiken unter Rückgriff auf ein differenziertes und reflektiertes grammatisches Wissen zu hinterfragen. Durch die Integration von linguistischem Fachwissen und schulgrammatischen Termini und Konzepten wird zudem die Verknüpfung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Ausbildungsinhalte gefördert, die zur Stärkung der Handlungskompetenz für die Praxis als LehrerIn notwendig ist.
Im Wintersemester 2017/18 wurde der Workshop entwickelt sowie erstmals als freiwilliges Zusatzangebot im Umfang einer Lehrveranstaltung als Blockveranstaltung erprobt. Anknüpfend an eine Evaluation des Workshops durch die Studierenden am Ende des Wintersemesters wird das Format im Sommersemester 2018 überarbeitet und erneut durchgeführt.

Literaturangaben

Granzow-Emden, M. (2015). Sprachstrukturen verstehen: Die Entwicklung grammatischer Kategorien. In H. Gornik (Hrsg.), Deutschunterricht in Theorie und Praxis. (DTP). Sprachreflexion und Grammatikunterricht, Band 6 (2. korrigierte Auflage; S. 213-241). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
Kleinbub, I. (2015). Grammatik unterrichten – Professionsorientierung in der Lehrerbildung. In U. Bredel & C. Schmellentin (Hrsg.), Welche Grammatik braucht der Grammatikunterricht? (2. Auflage, S. 135-159). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
Müller, C. (2003). Schulgrammatik und schulgrammatische Terminologie. In U. Bredel, H. Günther, P. Klotz, J. Ossner & G. Siebert-Ott (Hrsg.), Didaktik der deutschen Sprache. Bd. 1 (S. 465-475). Paderborn: Schöningh.

Mitarbeiterinnen: Mariella Bachmann, Sophie Martínez Küpper & Lou Wolf
Homepage: http://www.uni-frankfurt.de/schulgrammatik
Finanzierung: Das Projekt wird gefördert aus Mitteln zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre (QSL), Goethe-Universität Frankfurt


Das IG Farben-Hochhaus als Ort deutscher Geschichte (SoSe 2014)

Dr. Markus Häfner
FB 08: Historisches Seminar

Wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sind mit dem IG-Hochhaus, in dem heute die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität angesiedelt sind, verknüpft: Die Fusion der IG Farben zum seinerzeit größten Chemiekonzern der Welt 1925 und der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes im Frankfurter Westend 1928-1930 während der Weimarer Republik, die Arisierung der IG Farben die Ersatzstoffproduktion, die Ausbeutung von Zwangsarbeitern und die Produktion von Zyklon B während des Nationalsozialismus, die Proklamation No. 2 durch Eisenhower 1945 und die Übergabe der Frankfurter Dokumente 1948 in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie die Nutzung des Gebäudes als US-Hauptquartier in Europa, die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach der Gründung der BRD und die Anschläge auf das IG Farben-Hochhaus durch die RAF 1972 und 1976 sowie der Umbau des IG-Hochhauses für die Frankfurter Universität nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Amerikaner.

An der Übung nahmen 20 Studierende teil. Ziel der Übung war es einen Ausstellungsrundgang zu entwickeln, der innerhalb des 3D-Informationssystems IG Farben-Haus 3D die historische Bedeutung des Gebäudes den Studienanfängern vermittelt. Die Studierenden suchten sich ihren Untersuchungsgegenstand selbst aus und entwickelten ein Konzept für die Integration der Inhalte in IGF3D. Ergänzend verfassten Sie zu 18 Themen ergänzende dreiseitige Ausführungen für die Ergänzung des virtuellen Ausstellungsrundgangs und die Onlineveröffentlichung im Rahmen des USE-Projektes auf http://use.uni-frankfurt.de/igf.


Grundkurs Katholische Theologie

Maximilian Röll M.A.
FB 07: Katholische Theologie

Der obligatorische Kurs für alle Studiengänge am Fachbereich Katholische Theologie besteht seit ca. 30 Jahren und gilt als „Initiationsritus“ in den Fachbereich. Im Rahmen des Starken Starts wurde eine kontinuierliche Betreuung des Kurses durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter ermöglicht und das bestehende Konzept mit den die Veranstaltung begleitenden Tutorinnen und Tutoren grundlegend überarbeitet.

Um in die Theologie als ein an aktuellen Fragestellungen interessiertes und in sich plurales Fach einzuführen, diskutieren im Kurs nun in fünf Sitzungen je zwei Fachvertreter theologischer Disziplinen zu einer aktuellen Fragestellung. Die Studierenden erstellen semesterbegleitend ein Portfolio, mit dem sie sich auf die fünf Podiumsdiskussionen vorbereiten und gleichzeitig grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken, die zuvor gelehrt wurden, direkt anwenden.

Um den Studienanfängern die lebensweltlichen Dimensionen der Theologie zu verdeutlichen, erhalten die Studierenden die Möglichkeit, persönliche Fragen zu religiösen Themen einzureichen. Diese werden im Rahmen einer eigenen Sitzung behandelt, um einen erfahrungsorientierten Zugang zum universitären Fach herzustellen.

Neben den fachlichen Diskussions-Sitzungen werden die Studierenden auf Kurz-Exkursionen über die Chancen des Studien-Standortes Frankfurt informiert. Dabei werden die verschiedenen Studiengänge durch unterschiedliche Angebote adressiert. Ein weiteres anliegen ist es, die interreligiöse und interkulturelle Kompetenz durch die Exkursionen zu stärken und zu erarbeiten, wie diese für das Studium und spätere Berufsfelder nutzbar gemacht werden können.

Feedback erhalten Sie mittels Peer-Feedback-Methoden und durch ein ausführliches schriftliches Feedback am Semesterende durch den zugeteilten Tutor, die zugeteilte Tutorin. So soll nicht nur an ersten eigenen Textprodukten ins wissenschaftliche Arbeiten eingeführt werden, sondern zugleich motiviert werden, sich an den Diskussionen durch die intensive Vorbereitung zu beteiligen (Initiation in den wissenschaftlichen Diskurs).


Schreibwerkstatt Japanologie

Nicole Keusch
FB 09: Japanologie

In jeder geisteswissenschaftlichen Disziplin gibt es Kernkompetenzen, die für den Studienerfolg entscheidend sind. Die „kleinen Werkstätten“ der Schreibwerkstatt Japanologie bearbeitet eine bestimmte, klar umrissene Aufgabe, die sich in die Gesamtidee einfügt – das wissenschaftliche Arbeiten im Fach Japanologie zu verstehen und selbständig einordnen zu können sowie die Hintergründe und Motivation dabei nachzuvollziehen.

Jede kleine Werkstatt besteht dabei aus einer Mischung von Präsenzveranstaltungen, Eigenstudium und Gruppen- oder Projektarbeit. Durchgeführt wurden z.B. Werkstätten zu den Themen Wissenschaftlichkeit an der Universität, Lesetechniken, Arbeitsstrategien, Zielgruppengerechtes Schreiben oder Berufsorientierung.


Einführung in die Logik

Dr. Manfred Kupffer
FB 08: Institut für Philosophie

Die Veranstaltung benötigt einen hohen Übungsaufwand. Dazu bieten wir traditionelle Übungsaufgaben ("mit Papier und Bleistift") an, die von Tutoren (in Übungsstunden und Online-Foren) betreut und korrigiert werden. Dieses Modell hat den Vorteil, daß komplexe Fragen gestellt werden können, die Übertragungsleistungen efordern, und daß individuelle Kommentare möglich sind. Der Nachteil ist, daß zwischen Abfassung der Übung und Rückgabe der Korrektur mindestens acht Tage liegen. Deswegen setzen wir, insbesondere als Hilfe für den Erwerb grundlegender Kenntnisse, Online-Selbsttests ein. Hier gibt das Lernsystem sofort Rückmeldungen. Die Selbsttests wurden größtenteils von einem studentischen eLearning-Projekt erstellt ("LoPhia"), das ich mitbetreue.

An der Weiterentwickliung der Software arbeiten wir in meinem Projekt »Alphabete und Strukturen« (gefördert vom eLearning-Förderfonds der Goethe-Uni).

Domestic Dependent Nations – Seminar mit Konferenz (WS 2014/15)

Dr. Markus Lindner
FB 08: Institut für Ethnologie 

Das Seminar widmet sich Gegenwartsthemen aus dem Bereich der indigenen Bevölkerung Nordamerikas (politisch, rechtlich, wirtschaftlich, sozial) und leitet zugleich auf eine internationale Konferenz hin, die im Anschluss in Frankfurt stattfinden wird, und an der die Studierenden teilnehmen müssen. Neben der klassischen Seminarstruktur wird der erste Veranstaltungsteil auch Sondersitzungen beinhalten, in denen die Studierenden etwas über die Planung einer Konferenz lernen. Dazu gehören u.a. die Besprechung der eingereichten Vortragsproposals, das Schreiben eigener Proposals und die sonstige Organisation einer Tagung. Auf diese Weise werden  theoretisches Lernen und praktische Anwendung verknüpft. Dies wird auch durch didaktische Maßnahmen wie ein Planspiel gegen Ende des Seminarteils besonders gefördert. Hier soll das inhaltlich erlernte umgesetzt werden.

Die Konzeption der Veranstaltung erfolgte in Absprache mit dem Interdiziplinären Kolleg Hochschuldidaktik (Carmen Heckmann) und wird vom Förderfond Lehre unterstützt. Sie steht bei freien Plätzen auch Studierenden anderer Fächer offen, die sich für das Thema interessieren.


Projektseminar: Ausstellung „Indianische Plakate“ (WS 2018/19 und SoSe 2019)

Dr. Markus Lindner
FB 08: Institut für Ethnologie 

In dem zweisemestrigen Projektseminar (WS 18/19 und SoSe 19) wird die Ausstellung "Plakatiert! Reflexionen des indigenen Nordamerika" entwickelt, die vom 27. Juni bis 1. Dezember 2019 im Labor des Weltkulturen Museums Frankfurt am Main zu sehen sein wird. Dabei sollen anhand von Plakaten, Themen des indigenen Nordamerika dargestellt und kontextualisiert werden. Wo es möglich und sinnvoll ist, werden die Plakate durch einzelne Sammlungsobjekte ergänzt.

Ziel des Seminars ist nicht nur die gemeinsame Planung, Gestaltung und Umsetzung einer Ausstellung, sondern auch den Teilnehmer/-innen einen Einblick in die Arbeit an ethnologischen Museen zu vermitteln. Aus diesem Grund ist auch geplant, in einzelne Veranstaltungen Experten einzuladen (Grafiker, Kustoden, PR-Experten), die das Thema aus Ihrer Sicht darstellen.

Im ersten Teil (WS 2018/19) werden sich die Seminarteilnehmer/-innen einerseits mit den Themen der Plakate beschäftigen (z.B. Bildung, Gesundheit, Powwow…) und die endgültige Auswahl der Plakate treffen, die aus Privatsammlungen stammen. Außerdem sind Besuche des Museums, die Auswahl von Objekten und erste Überlegungen zum Design angedacht. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer/-innen auch lernen, Zeit- und Finanzpläne aufzustellen und Gelder zu beantragen. Außerdem sollen sich Gruppen von Studierenden bereit erklären, für bestimmte Teile der Ausstellung(svorbereitung) verantwortlich zu sein. Dazu gehören bspw. die Öffentlichkeitsarbeit, das Ausstellungsmanagement, die Begleitpublikation, ein begleitender Online-Blog u.a. Außerdem erstellen die Teilnehmer Texte für eine (kleine) Begleitpublikation.
Der zweite Teil (SoSe 2019) schließt an den ersten Teil an. Dabei wird der Fokus auf die Ausstellungsgestaltung gelegt. Neben dem Schreiben von Ausstellungs- und Pressetexten, gehören dazu auch die genau Raumgestaltung, der gemeinsame Ausstellungsaufbau und die Vorbereitung der Vernissage (aktuell geplant für 26.6.2019) und ein Begleitprogramms. Bis zum Ende der Vorlesungszeit sollen die Seminarteilnehmer/-innen darüber hinaus in der Ausstellung aktiv sein und beispielsweise Führungen anbieten. Dies kann auf freiwilliger Basis auch darüber hinaus erfolgen.

Das Projekt wird vom Förderfonds Lehre der Goethe-Universität und vom Weltkulturen Museum Frankfurt am Main unterstützt.


Symbol & Ornament. Warburg, Nolde und die Hopi

Dr. Hilja Droste & Dr. Markus Lindner
FB 09: Kunstgeschichtliches Institut & FB 08: Institut für Ethnologie

In dem Ausstellungsprojekt sollen sich Studierende der Kunstgeschichte und der Ethnologie am Beispiel der Rezeption von nordamerikanischen Indianern in der Kunst(geschichte) mit der Bedeutung von Symbolen und Ornamenten auseinandersetzen. Die Studierenden beschäftigen sich in vorbereitenden Seminaren forschend und interdisziplinär mit der Thematik. Anschließend präsentieren sie diese in einer Ausstellung. Dabei werden der Kunsthistoriker Aby Warburg, der Expressionist Emil Nolde und die Hopi im Zentrum der multiperspektivischen Betrachtung stehen. Eine historische Kontextualisierung von Objekten und Personen, wie zum Beispiel Warburgs Interpretation des Schlangenrituals, Emil Noldes Katchina-Sammlung, sowie das ethnographische Interesse an den indigenen Kulturen Nordamerikas, bildet den Rahmen der Lehrkooperation.


Koreanisch Grundstufe mit Blended Learning

Soyeon Moon
FB 09: Koreastudien

Das Sprachkursmodul Koreanisch Grundstufe richtet sich an Studierende der Koreastudien im Haupt- und Nebenfach für das ersten Studienjahr, vermittelt die grundlegenden Charakteristika und Strukturen der koreanischen Sprache für das Sprachniveau GER A1 nach einem interaktiv-kommunikativen Ansatz der Fremdsprachendidaktik. Das Modul dient als Grundstein zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den koreabezogenen Forschungsbezügen in den fortgeschrittenen Studienphasen.

Im Rahmen Starken Starts ins Studium wird für das Modul Koreanisch Grundstufe ein mit Blended Learning unterstütztes Lehr- und Lernkonzept entwickelt und implementiert. Mit den präsenzlehrebegleitenden Onlinelernphasen auf der Lernplattform können Lehrinhalte wie Grammatik, Wortschatz und Textübungen eigenständig vor- und nachbereitet werden. Die Übungstypen variieren dabei je nach didaktisches Ziel der einzelnen Lehreinheiten des Moduls und optimieren transparent die Lernschritte. Die Erweiterung des bestehenden Lehrangebots mit integrierter Onlinelernphase unterstützt das individuelle Lernen, um die Lehrinhalte aus der Präsenzlehre zu befestigen und zu vertiefen.


Mittelhochdeutsch-Online-Lernplattform

Dr. Stephanie Mühlenfeld
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik (ÄDL)

Die Ziele der Einführung in die Literaturwissenschaft der Älteren deutschen Literatur bestehen darin, bei den Studierenden Interesse und Begeisterung für mittelalterliche Literatur zu wecken und ihnen solide fachspezifische theoretische und methodische Kenntnisse zu vermitteln. Eine besondere Herausforderung ‒ die zugleich aber auch eine große Chance sein kann ‒ stellt dabei die thematische Vielfalt der Lerninhalte dar. Neben einer Vermittlung der sprachlichen Grundlagen des Mittelhochdeutschen (die zunächst in der sehr pragmatischen Herstellung von Lesefähigkeit mittelhochdeutscher Texte besteht) gilt es, die Studierenden mit der materialen Beschaffenheit sowie den spezifisch differenten ästhetischen und narrativen Regeln vormoderner Texte des Manuskriptzeitalters vertraut zu machen.

Die große Anzahl an Seminarteilnehmer*Innen erlaubte es bisher oftmals leider nicht, das individuelle Lerntempo innerhalb heterogener Lerngruppen zu berücksichtigen. Der Einsatz der Mittelhochdeutsch-Online-Lernplattform soll es ermöglichen, die Selbstlernphase den ganz eigenen Bedürfnissen der Studierenden anzupassen. Geplant sind vorbereitende Inhalte zu allen thematischen Einheiten, die in der Präsenzphase besprochen und geübt werden. Die Präsenzphase wird damit aufgewertet, da genügend Raum geschaffen wird, sich über Lerninhalte auszutauschen und diese praktisch anzuwenden. Zugleich wird bereits früh eine Lernatmosphäre hergestellt, die die Einführung in Modelle des Peer-Learnings zulässt. Unter Zuhilfenahme der Lernplattform soll also nicht nur die Alteritäts-Barriere der älteren Sprachstufe leichter überwunden werden – vielmehr wird es ebenso darum gehen, die Studierenden für gemeinschaftliches und eigenständiges Lernen zu sensibilisieren, und ihnen zu vermitteln, dass sie Verantwortung für den eigenen Erkenntnisprozess tragen.


Mentor*innenschulung

Fabienne Peter
FB 01: Rechtswissenschaft | Kooperationspartner am FB 01: Lars Gußen

Die mehrtägige Schulungdient der Ausbildung und der fachspezifischen Weiterbildung für MentorenInnen. Zu Beginn eines jeden Semesters findet sowohl eine 4-tägige Einführungsschulung als auch eine 1-tägige Fortgeschrittenenschulung statt. Das Ziel der Schulungen ist die professionelle Vorbereitung der MentorenInnen als  Kleingruppenbetreuer/in  der Einführungswoche sowie als Ansprechpartner/in der Studienanfänger/innen während der ersten Semester. Das Konzept verbindet die organisatorisch inhaltliche Vorbereitung mit einer hochschuldidaktischen Qualifikation.

An den Schulungen nehmen bis zu 20 Teilnehmer teil. Hierbei wird u.a. fachliches Grundlagenwissen für die individuelle Studienorganisation erworben, sowie in Rollenspielen Beratungsgespräche erprobt. Die MentoreInnen werden geschult in didaktischen Qualifikationen, wie dem richtigen Präsentieren, dem sinnvollen Feedbackgeben und der Rollenklärung.

Zurzeit wird eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schreibzentrum zur Weiterbildung der MentorenInnen für eine fachspezifische Schreibberatung geplant.

Entwicklung von lehramtsspezifischen Studienmodulen im Projekt "Starker Start"




Dr. Iris Schäfer
FB 10: Institut für Jugendbuchforschung

Die fachwissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit kinder- und jugendliterarischen Texten und Medien, die das Institut für Jugendbuchforschung mit seinem literaturwissenschaftlichen Profil bietet, gehört zum Berufsalltag späterer Grundschul- und Förderschullehrenden und ist mit Blick auf die berufspraktischen Erfordernisse ein zentraler Baustein der akademischen Ausbildung. Da die Prüfungsordnung der Grundschul- und Förderschullehramtsstudierenden die Teilnahme an nur zwei Lehrveranstaltungen zur Kinder- und Jugendliteratur in fachwissenschaftlicher Perspektive vorsieht, werden im Rahmen des Projekts, das eine Laufzeit von (vorerst) 3 Jahren hat, spezifische Veranstaltungsformen entwickelt, die auf die berufsbezogenen Bedürfnisse der L1- und L5-Studierenden abgestimmt sind. Fokussiert werden hierbei Berufsorientierung, Wissenschaftspropädeutik und Schreibdidaktik.

Erarbeitet werden eine spezifische, in Theorie, Themen und Formen der Kinder- und Jugendliteratur und -medien einführende sowie eine weitere darauf aufbauende thematische Veranstaltung für Grundschul- und Förderschullehramtsstudierende. Im Anschluss an aktuelle Forschungen zur Medienkonvergenz wird in beiden Veranstaltungen ein inhaltlicher Schwerpunkt auf Zugängen liegen, die sowohl Literatur als auch Medien in das Lehrprogramm einbeziehen, um an Medienerfahrungen der Schüler und Schülerinnen anzuschließen, und Medienkompetenzen zu stärken – dies ist nicht zuletzt angesichts der Kompetenzorientierung des schulischen Curriculums, das keinen festen Lektürekanon mehr kennt, notwendig. Abzustimmen ist das Lehrveranstaltungsprogramm sowohl inhaltlich (die Auswahl von Texten und Medien betreffend und neuere Ansätze zur Interkulturalitätsforschung zugrundelegend) sowie didaktisch (durch Einbeziehung von Peer Teaching) auf die in kultureller, sprachlicher und sozialer Herkunft zunehmend heterogener werdenden Schülergruppen, mit denen die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer arbeiten werden. Unter Berücksichtigung von kooperativen Lernformen und partizipativem Peer Teaching, die Aspekte des Knowledge Sharings nutzen (vgl. Bruffee 1993, 8), wird die klassische Lehrveranstaltung um kleinere, von ausgebildeten s.g. Texttutorinnen betreute Schreibaufgaben erweitert, die sukzessive an wissenschaftliche Schreibkompetenzen heranführen. Lara Busch und Julia Wenzel, die durch das Schreibzentrum der Goethe-Universität zu s.g. Texttutorinnen ausgebildet wurden, tragen seit dem Sommersemester 2018 dazu bei, dass die individuelle Schreibkompetenz der Studierenden reflektiert und gestärkt wird. Die Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit zwischen Texttutorinnen und Semiarteilnehmenden sollen langfristig dazu beitragen, sinnvolle digitale Formate, wie z. B. e-Tutorials und Erklärvideos zu entwickeln, um den Effekt des Peer Learnings für andere Veranstaltungen nutzbar zu machen und die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten.


Die Bibel in Wort und Bild (WS 13/14)



Dr. Johanna Scheel
FB 09: Kunstgeschichtliches Institut (bis 3/2015, seit 4/2015 am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg)

in Kooperation mit Kathrin Henrich (Frankfurter Akademisches Schlüsselkompetenz-Training) und Christian Stein (ABL, bis 9/2014 Mitarbeiter am Zentrum Geisteswissenschaften, FB06: Evangelische Theologie)

Das Seminar widmete sich ausgewählten Motiven, Personen und Texten der Bibel sowie deren Umsetzung in kunstgeschichtlich relevanten Werken des Mittelalters. Im Verlauf des Semesters wurden zentrale biblische Texte und ihre ikonographischen Umsetzungen untersucht, analysiert und in Zusammenhang gesetzt. Die exemplarische Analyse von biblischen Personen, Motiven, Symbolen und typologischen Bezügen wurde vermittelt.

Das Seminar war eine fachübergreifende kooperative und kollaborative Lehrveranstaltung für ca. 50 Studierende der evangelischen Theologie und der Kunstgeschichte. Dabei wurde fachliches Grundlagenwissen für das weitere Studium erworben sowie innovative Arten wissenschaftlichen Arbeitens erprobt und eingeübt, darunter das Führen von Leseprotokollen, div. Gruppenarbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Schlüsselkompetenz-Training wurde den Studierenden die simultane Posterpräsentation als neuartige Form der Präsentationvorgestellt und anstelle von ausführlichen Referaten als Teil des Leistungsnachweises durchgeführt.


Studentische Schreib- und Argumentationsberatung am Institut für Philosophie

Dr. des. Fabian Seitz
FB08: Institut für Philosophie

Ferienzeit ist Schreibzeit – und für viele Studierende auch eine Zeit mit echten Herausforderungen. Die Studentische Schreib- und Argumentationsberatung unterstützt sie hierbei.

Wissenschaftliches Schreiben ist nicht nur einfach komplexer als andere Formen des Schreibens, es stellt Studierende oftmals erst vor eine völlig neue Aufgabe: es gilt in Auseinandersetzung mit den Thesen & Argumenten anderer Autoren selbst eine eigene These zu entwickeln und diese These schließlich in Auseinandersetzung mit diesen fremden Positionen selbst argumentierend zu begründen. Philosophisches Schreiben bildet hier keine Ausnahme; vielmehr spitzt es diese Situation größtmöglich zu: Philosophieren hängt in besonderem Maße alleinig vom Argumentieren als fachspezifischster Methode dieser Disziplin ab.

In den besseren Fällen gelingt es den Studierenden der Philosophie gut bis sehr gut die Position eines Philosophen darzustellen oder für eine völlig eigene These schon eine gute eigene Begründung zu skizzieren. Selten gelingt beides in Kombination. Es müssen bei der Nachbildung fremder Positionen diese durchaus kreativ - aber eben dennoch wissenschaftlichen Standards der korrekten Wiedergabe genügend - mit der eigenen Argumentation verwoben werden. Zusätzlich ergibt sich die Aufgabe, dieses komplizierte Konstrukt textlich in einer sinnvollen Reihenfolge allgemeinverständlich darzustellen. Nach der Erfahrung vieler Studierender stellt diese besondere Form der Argumentation und des Schreibens eine der größten Herausforderungen im Philosophiestudium dar.

Diese komplexe Aufgabe lässt sich nicht hinreichend in der Lehre unterrichten. Schreiben und vor allem schreibend Argumente zu verfassen lernt man nur dadurch, dass man es konkret am eigenen Material beim Verfassen einer Hausarbeit versucht: Jedes so durch den Studierenden entstehende Argument ist immer individuell, abhängig vom eigenen Wissensstand und Schwerpunktsetzung im selbst gewähltem Thema. Allgemeine Empfehlungen wie sie im Seminar vorgestellt oder durch Handreichungen verteilt werden, können deswegen immer nur als Einstieg in dieses Handwerk dienen. Sie reichen jedoch nicht aus, diese Fähigkeit auf einem hinreichend hohen Niveau zu entwickeln. Dazu wäre gerade während des laufenden Schreibprozesses eine Rückmeldung besonders wirksam.

Die “Studentische Schreib- und Argumentationsberatung” setzt genau hier an: Durch eine von mir und dem Schreibzentrum ausgebildeten studentischen Hilfskraft ermöglicht sie eine Anlaufstelle (in Form einer Sprechstunde nach individueller Vereinbarung) für unsere Studierenden. Dies ermöglicht direkt zu ihren entstehenden Hausarbeiten eine spezifische Rückmeldung zum Stand ihres Schreibprozesses, als auch den logischen Aufbau der Arbeit selbst zu geben. Eine weitere Besonderheit dieser Rückmeldung ist, dass ein Beratungsangebot auf studentischer Ebene vorliegt: ein Studierender hilft anderen Studierenden. So wird es letzteren leichter gemacht, das Beratungsangebot anzunehmen, da die Hierarchie zwischen Berater_in und Beratenen flach aus- bzw. ganz wegfällt.


Forschendes Lernen im Seminar

Prof. Dr. Barbara Wolbring
FB 08: Historisches Seminar

Seminare mit dem Konzept des forschenden Lernens sind eine Alternative zum klassischen Referateseminar, das in der Regel sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden als unbefriedigend wahrgenommen wird. Statt Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen der Studierenden zu sein, sind studentische Referate in der Praxis häufig hastig zusammengezimmerte Vorträge mit Überblickscharakter, deren Qualität weder die studentischen Zuhörer noch die Lehrenden überzeugt und nach denen – auch aufgrund fehlenden Wissens des Publikums – eine Diskussion nur schleppend vorankommt. Forschungsseminare sind hingegen nach einem alternativen Schema konzipiert. Sie sind in Phasen gegliedert, die den Phasen des Forschungsprozesses entsprechen. Wissenschaftliches Arbeiten wird in seinen Schritten expliziert, um Lernhindernisse auszuräumen und aktive Teilhabe am Forschungsprozess zu ermöglichen. In der ersten Phase steht die Erarbeitung von Kontextwissen und Forschungsstand im Zentrum, es folgt die Phase des Generierens eigenständiger Fragestellungen und eines angemessenen Forschungsdesigns sowie schließlich das Schreiben eines Exposés, das dann in der vorlesungsfreien Zeit zur Hausarbeit ausgearbeitet wird. Diese wird damit in den Seminarablauf integriert und wieder in ihrer eigentlichen Zielsetzung erkennbar, eine studentische Forschungsleistung zu präsentieren. Die Seminare sind damit im Sinne des constructive alignment auf das Schreiben der Hausarbeit hin konzipiert, deren Bedeutung als Möglichkeit wissenschaftliches Schreiben zu erlernen und einzuüben bekräftigt wird. Die Begleitung der Studierenden durch eine*n studentische*n Tutor*in, der das Schreiben eines Forschungsberichts und eines Exposés durch konstruktives Feedback begleitet, kann hier den Lernerfolg signifikant erhöhen.


Feedback von Texttutor*innen – Unterstützung für Studienanfänger*innen in den Proseminaren Neuere Geschichte

Prof. Dr. Barbara Wolbring
FB 08: Historisches Seminar

Im Proseminar Neuzeit erlernen Studierende der Geschichtswissenschaft das wissenschaftliche Arbeiten und schreiben ihre erste Hausarbeit. Der Übergang vom schulischen Lernen zum wissenschaftlichen Schreiben ist dabei für viele eine Herausforderung. Um sie hierbei zu unterstützen, werden am Historischen Seminar Texttutor*innen eingesetzt, die Feedback geben auf kleinere Schreibaufgaben, ohne sie zu bewerten. Die Schreibaufgaben haben Elemente des wissenschaftlichen Arbeitens zum Gegenstand und bieten erste Schreibanlässe für wissenschaftliche Texte. Gefordert werden Recherche- und Bibliographieraufgaben, Zusammenfassungen, Biographien, Exposés etc. Die Texttutor*innen geben ein schriftliches Feedback auf zwei Schreibaufgaben und treffen sich einmal pro Semester mit jedem/r Studierenden für ein mündliches Feedbackgespräch. Das individuelles Feedback ermöglicht, den Blick der Studierenden für Struktur und Aufbau wissenschaftlicher Texte zu schärfen, hilft ihnen, Thesen und Argumente zu identifizieren und sprachliche Mittel adäquat einzusetzen. 

Für die Tutor*innen ist die Unterstützung von Anfänger*innen eine Gelegenheit, den eigenen Schreibprozess und das wissenschaftliche Arbeiten zu reflektieren, was ihnen auch in ihrem eigenen Studium zugutekommt. Sie werden im Schreibzentrum durch Workshops zu wissenschaftlichem Schreiben und zu Methoden des strukturierten Feedbacks auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Von den Fachlehrenden werden sie mit den konkreten Schreibaufgaben und den Anforderungen an die Studierenden vertraut gemacht und während des Semesters begleitet.
Das Angebot ist eine verbindliche Beratung, die aufgrund ihrer Konzeption gleichzeitig sehr flexibel eingesetzt werden kann, an Lehrsettings adaptierbar ist und individuelle Bedürfnisse der Studierenden berücksichtigen kann.


Vorbereitungskurs Literaturwissenschaften

Prof. Dr. Bernd Zegowitz
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik

Seit dem WS 2013/14 bietet der Fachbereich 10 einen zweiwöchigen Vorbereitungskurs an, um Studierenden den Start ins Studium zu erleichtern. Die Blockveranstaltung, die in den letzten beiden Wochen der Semesterferien stattfindet, richtet sich an Studierende, die aus dem Ausland kommend an der Goethe-Universität studieren wollen und oft auch schon eine Reihe von Studien- und Prüfungsleistungen in ihren Herkunftsländern erworben haben.

Am Beispiel von Themen und Fragestellungen, die für das literaturwissenschaftliche Studium relevant sind, werden fachwissenschaftliche und methodische Kernkompetenzen sowie Sprachkenntnisse vermittelt und vertieft. So werden kürzere literarische Texte analysiert und interpretiert und  ‚kleinere’ Formen, die im Studienalltag immer wieder einzusetzen sind, eingeübt. Daneben geht es auch um die mündliche Präsentation wissenschaftlicher Inhalte. Der Kurs dient damit nicht nur der Auffrischung und Erweiterung literaturwissenschaftlicher Grundkenntnisse sowie der Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitstechniken, sondern auch der Flexibilität in Bezug auf Schreib- und Redeanforderungen und sieht sich darüber hinaus allgemein als Trainingsfeld für den Einstieg in ein erfolgreiches Studium.

» Weitere Informationen zum VORbereitungskurs


Frankfurter Literaturwissenschaftler 1914-1945 (SoSe 2013; WiSe 2013/14) 

Prof. Dr. Bernd Zegowitz
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik

zusammen mit Dr. Frank Estelmann (FB 10: Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)

Wer waren die Literaturwissenschaftler, die bei der Gründung 1914 an die Universität Frankfurt am Main berufen wurden, die das akademische Leben der Stadt Frankfurt in der Weimarer Republik mitprägten, die nach 1933 in Frankfurt weiterhin Literaturwissenschaft betrieben oder die vertrieben wurden? Ein zweisemestriges interdisziplinäres Lehrforschungsseminar am Fachbereich 10 (Neuere Philologien) hat anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Universität im Jahr 2014 Antworten auf diese Fragen gesucht. Das Ergebnis ist eine virtuelle Ausstellung mit 20 Porträts (https://use.uni-frankfurt.de/literaturwissenschaftler/).

Für unser Seminar hatten wir einen individualgeschichtlich orientierten Zugang zu denjenigen Biographien germanistischer, romanistischer und anglistischer Literaturwissenschaftler gewählt, die zumindest während eines Teils ihres persönlichen und akademischen Werdegangs in Frankfurt gelehrt und geforscht haben. Dieser Zugang wurde mit institutionsgeschichtlichen Fragestellungen verbunden. Bei der Auswahl der Wissenschaftler und der Beschäftigung mit deren intellektuellen Biographien wurden die subjektiven Interessen einzelner Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Lehrforschungsseminar berücksichtigt. Die Art und Weise, wie schließlich die individuell erarbeiteten Wissenschaftler-Porträts angelegt wurden, beansprucht keine Repräsentativität für die intellektuellen Biographien der behandelten Wissenschaftler insgesamt. Die Porträts beleuchten schlaglichtartig signifikante Momente in den einzelnen Biographien, die mit Frankfurt in einer direkten oder indirekten Verbindung stehen. Mit der Betonung des individuell Besonderen durfte auch das Anekdotische ins Blickfeld geraten.

Eine im Vergleich zum üblichen Seminarbetrieb erhöhte Motivation der Studierenden sollte erreicht werden durch (1) die Beschäftigung mit der Geschichte der eigenen Universität, ja des eigenen Faches, (2) den lokalgeschichtlichen Bezug (viele Studierende kommen aus der näheren Umgebung Frankfurts), (3) die eigene Forschungstätigkeit (Quellen, Archiv etc.) sowie (4) die Präsentation bzw. Publikation der Forschungsergebnisse im Rahmen des Universitätsjubiläums.