Lehre ist das Kerngeschäft der Universität. Gemeinsam mit Forschung und im Idealfall mit ihr verbunden bestimmt die Lehre den Alltag der Wissenschaftler*innen – den der Studierenden sowieso. In kleineren praxisnahen Projekten führen Lehrende am Zentrum Geistenwissenschaften an Forschung heran und bieten Ihnen Möglichkeiten, ihre Ergebnisse zu präsentieren oder (online) zu veröffentlichen.
Das 2022-2025 vom Land Hessen finanzierte Projekt ELLVIS ermöglichte es, die mit dem Programm Starker Start ins Studium erwirkte Verbesserung der Betreuungsrelation fortzuführen. 15 Lehrende (auf 9 Vollzeitstellen) erweitern das Lehrangebot unterrichteten in den Fächern: katholische Theologie, evangelische Theologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Geschichtswissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte, Koreanistik, klassische Archäologie, Afrikanistik, neuere deutsche Literaturwissenschaft, ältere deutsche Literaturwissenschaft, Psycholinguistik sowie Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft. Sie erteilen zusammen etwa 60 zusätzliche Lehrveranstaltungen pro Semester und ermöglichen so eine Verbesserung der Betreuungsrelation. Rund 2000 Studierende wurden mit dem Angebot erreicht. Die Lehrenden nehmen regelmäßig an hochschuldidaktischen Weiterbildungen teil und entwickeln für ihre Lehrveranstaltungen innovative Lehrformate.
Dr. Markus Lindner
FB 08: Institut für Ethnologie
Der zweite Teil (SoSe 2019) schloss an den ersten Teil an. Dabei lag der Fokus auf der Ausstellungsgestaltung. Neben dem Schreiben von Ausstellungs- und Pressetexten gehörten dazu auch die genaue Raumgestaltung, der gemeinsame Ausstellungsaufbau und die Vorbereitung der Vernissage am 26.6.2019. Bis zum Ende der Ausstellung werden die Seminarteilnehmer*innen darüber hinaus in der Ausstellung aktiv sein und beispielsweise Führungen anbieten.
Das Projekt wurde vom Förderfonds Lehre der Goethe-Universität, der Dr. Marschner-Stiftung und vom Weltkulturen Museum Frankfurt am Main unterstützt.
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik & FB 08: Institut für Ethnologie
Dr. Hilja Droste & Dr. Markus Lindner
FB 09: Kunstgeschichtliches Institut & FB 08: Institut für Ethnologie
Prof. Dr. Bernd Zegowitz & Prof. Dr. Frank Estelmann Betzwieser
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik & FB 10: Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
Wer waren die Literaturwissenschaftler, die bei der Gründung 1914 an die Universität Frankfurt am Main berufen wurden, die das akademische Leben der Stadt Frankfurt in der Weimarer Republik mitprägten, die nach 1933 in Frankfurt weiterhin Literaturwissenschaft betrieben oder die vertrieben wurden? Ein zweisemestriges interdisziplinäres Lehrforschungsseminar am Fachbereich 10 (Neuere Philologien) hat anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Universität im Jahr 2014 Antworten auf diese Fragen gesucht. Das Ergebnis ist eine virtuelle Ausstellung mit 20 Porträts.
Für unser Seminar hatten wir einen individualgeschichtlich
orientierten Zugang zu denjenigen Biographien germanistischer, romanistischer
und anglistischer Literaturwissenschaftler gewählt, die zumindest während eines
Teils ihres persönlichen und akademischen Werdegangs in Frankfurt gelehrt und
geforscht haben. Dieser Zugang wurde mit institutionsgeschichtlichen
Fragestellungen verbunden. Bei der Auswahl der Wissenschaftler und der
Beschäftigung mit deren intellektuellen Biographien wurden die subjektiven Interessen
einzelner Teilnehmer*innen am Lehrforschungsseminar berücksichtigt. Die Art und
Weise, wie schließlich die individuell erarbeiteten Wissenschaftler-Porträts
angelegt wurden, beansprucht keine Repräsentativität für die intellektuellen
Biographien der behandelten Wissenschaftler insgesamt. Die Porträts beleuchten
schlaglichtartig signifikante Momente in den einzelnen Biographien, die mit
Frankfurt in einer direkten oder indirekten Verbindung stehen. Mit der Betonung
des individuell Besonderen durfte auch das Anekdotische ins Blickfeld geraten.
Eine im Vergleich zum üblichen Seminarbetrieb erhöhte Motivation der Studierenden sollte erreicht werden durch (1) die Beschäftigung mit der Geschichte der eigenen Universität, ja des eigenen Faches, (2) den lokalgeschichtlichen Bezug (viele Studierende kommen aus der näheren Umgebung Frankfurts), (3) die eigene Forschungstätigkeit (Quellen, Archiv etc.) sowie (4) die Präsentation bzw. Publikation der Forschungsergebnisse im Rahmen des Universitätsjubiläums.
Prof. Dr. Bernd Zegowitz & Prof. Dr. Thomas Betzwieser
FB 10: Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik & FB 09: Institut für Musikwissenschaften
Die vorliegende Ausstellungsseite ist das Resultat des Seminars „Musik und Theater ausstellen – die Frankfurter Sammlung Manskopf als virtuelles Museum“. Im Vordergrund der Lehrveranstaltung stand die Frage, wie Musik und Theater in einer Ausstellung präsentiert werden können. Diskutiert wurden – auch unter Hinzuziehung externer Expertise – kuratorische Fragen im Kontext ‚Musikausstellungen'. Neben der Diskussion theoretischer Fragen war das Erarbeiten einer eigenen kleinen Ausstellung die zweite Aufgabe des Seminars. Aufgrund der begrenzten Ressourcen kam eine ‚richtige' Ausstellung, d.h. eine klassische Vitrinenpräsentation nicht in Frage. Insofern war der virtuelle Raum für die Präsentation konzeptionelle Vorgabe.
Präjudiziert war die zu kreierende Ausstellung zum einen durch die in der Universitätsbibliothek aufbewahrte Sammlung Manskopf, die thematisch ganz auf Musik und Theater ausgerichtet ist. Zum anderen galt das Augenmerk einem besonderen Segment dieser Sammlung, nämlich den Beständen zum Komponisten Richard Strauss (1864-1949).
Unser Ausstellungsprojekt war also von zwei verschiedenen Seiten her zu konturieren. Der Musikaliensammler und Museumsdirektor Friedrich Nicolas Manskopf war eine der schillerndsten Figuren im Frankfurter Kulturleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er initiierte und installierte ein „Musikhistorisches Museum“, das mehr als 40.000 Exponate zu den Bereichen Musik und Theater umfasste, das Manskopf zu Beginn in seinen Privaträumen beherbergte. Seit den frühen 1910er Jahren verfolgte Manskopf ein weiteres ehrgeiziges Ziel, nämlich ein dem Komponisten Richard Strauss exklusiv gewidmetes Museum zu errichten. Dieses Vorhaben wurde indes nie realisiert. An Exponaten mangelte es Manskopf nicht: Seine Hinterlassenschaft umfasst ca. 900 Exponate zur Strauss: Szenenfotos, Bühnenbilder, Musikalien, Textbücher, Briefe, Memorabilia und Kurioses. Vor diesem Hintergrund erschien es ebenso reizvoll, der Frage nachzugehen, wie dieses Museum ausgesehen haben könnte.
Die Strauss-Bestände in der Manskopf'schen Sammlung der Universitätsbibliothek bildeten also den Ausgangspunkt für unser Projekt mit den Studierenden. Sichtung und vor allem Auswahl war zunächst oberstes Gebot! Ein besonderer Fokus wurde auf das Verhältnis Manskopf-Strauss gelegt. Es ging nicht nur darum, Gegenstände der Sammlung zu präsentieren, sondern auch die Beziehung zwischen Sammler und Objekt/Komponist zu befragen, im besten Fall die ausgewählten Objekte dazu sprechen' zu lassen; dies betrifft insbesondere die Briefe.
Die zu präsentierenden Objekte wurden schließlich in fünf Bereiche eingeteilt, einerseits um die Bandbreite der Zeugnisse zu dokumentieren, andererseits um den spezifischen Vorkenntnissen der Studierenden Rechnung zu tragen: Briefe, Karikaturen, Bühnenbild- und Kostümmodelle, Szenen- und Rollenfotos sowie Plakate. Angereichert werden diese Felder um drei weitere thematische Blöcke: zur Sammlung, zur Biographie Manskopfs und eben zum Verhältnis Strauss -Manskopf, letzteres in Form einer Zeitachse. Aufgrund der Quellenfülle zum Rosenkavalier haben wir entschieden, diesem Werk exemplarisch ein eigenes Narrativ in Gestalt einer größeren textlichen und bildlichen Verknüpfung einzuräumen.
Ein Diskussionspunkt innerhalb des Seminars war die Verwendung von Audiozeugnissen im Rahmen einer Musikausstellung. Obwohl gerade eine virtuelle Ausstellung zu einer Implementierung der akustischen Ebene gleichsam einlädt, haben wir letztlich aus konzeptionellen wie urheberrechtlichen Gründen entschieden, auf Audio-Beispiele zu verzichten.
USE wollte Lehre sichtbar machen, indem es Lehrenden und Studierenden die Gelegenheit gab, ihre Arbeit und ihre Ergebnisse auf dem Studienkongress UNIversal am 15. Juli 2014 zu präsentieren und online zu publizieren.
Die im USE entstandenen Projekte und Lehrveranstaltungen finden Sie auf der Seite USE- Projekte und Lehrveranstaltungen