Vom 30. Juni bis zum 17. August 2025 führte das Schreibzentrum zum zweiten Mal eine bundesweite Studierendenbefragung zum Schreiben mit KI durch. Hintergrund ist, dass aus mehreren bisherigen Befragungen zwar deutlich hervorgeht, dass zahlreiche Studierende KI regelmäßig für verschiedene Teiltätigkeiten beim Schreiben akademischer Texte nutzen – am häufigsten zur Ideenfindung und Information am Beginn von Schreibprozessen, für Textzusammenfassungen und Literaturarbeit sowie als Formulierungshilfe. Jedoch ist bisher vielfach intransparent, wie Studierende dabei konkret vorgehen und ob bzw. wie sie einen ausreichenden Eigenanteil gewährleisten.
Ziel der Befragung war daher
Durch die Ergebnisse erhoffen wir uns, Anregungen zur Anpassung akademischer Lehre und Prüfungspraxis sowie schreibdidaktischer Unterstützung zu erhalten.
Abgefragt wurden:
Wir danken allen für die Teilnahme an der Umfrage und für die Unterstützung bei der Verbreitung!
Ein Bericht, der im April 2026 veröffentlicht wurde, stellt die Ergebnisse mit einer Stichprobe von 4.048 Studierenden vor. Die Hypothese, dass Studierende bei zunehmender akademischer Schreibkompetenz KI verantwortungsvoller im Schreibprozess einsetzen, wird durch die Daten grundsätzlich gestützt. Die Ergebnisse bieten zudem Einblick in studentische Einstellungen zum KI-Einsatz beim akademischen Schreiben sowie in die konkrete KI-Nutzung bei verschiedenen Teiltätigkeiten eines Schreibprozesses. Deutlich wird, dass studentischer KI-Einsatz und ihre Einstellungen dazu von Ambivalenz geprägt sind. Die Befragten sehen die Vorteile der KI-Nutzung (insbesondere Effizienz, Austauschmöglichkeit zur Perspektiv- und Wissenserweiterung, Entlastung bei Schreibschwierigkeiten) ebenso wie Schwächen von KI (inhaltliche Unzuverlässigkeit) und mögliche negative Auswirkungen des KI-Einsatzes (Kompetenzabbau im kritischen Denken, nur kurzfristiger Wissenszuwachs). Auch aufgrund der Wertschätzung eigenständigen Schreibens und eines Verantwortungsgefühls für eigene Texte sind die Befragten grundsätzlich um einen begrenzten und verantwortungsvollen KI-Einsatz bemüht. 10 % der Befragten lehnen die KI-Nutzung vollständig ab, 18 % gelingt ein verantwortungsvoller KI-Einsatz, und 72 % lassen sich durch äußeren Druck stellenweise zu einem KI-Gebrauch verleiten, bei dem die Eigenleistung möglicherweise in Frage steht.
Ansichtsexemplare des Fragebogens auf Deutsch und Englisch können Sie hier einsehen:
Nora Hoffmann (n.hoffmann@em.uni-frankfurt.de), Hanna Göbel (goebel@em.uni-frankfurt.de), Daniel Rütten (d.ruetten@em.uni-frankfurt.de), Sarah Schmidt (sarah.schmidt@em.uni-frankfurt.de)
Im Juli/August 2023 führte das Schreibzentrum unterstützt durch zahlreiche Schreibzentren und Schreibforschende anderer Hochschulen eine bundesweite Studierendenbefragung zum Schreiben mit KI durch.
Ziel der Umfrage war, zu erfassen, auf welche Weise, aus welchen Gründen und mit welchen Haltungen Studierende KI-Schreibtools nutzen.
Abgefragt wurden:
Die Mehrheit der Studierenden setzt Stand 2023 KI-Schreibtools recht regelmäßig, tendenziell reflektiert und gezielt im Schreibprozess ein, insbesondere zur Ideenfindung und Information am Beginn von Schreibprozessen, für Textzusammenfassungen und Literaturarbeit sowie als Formulierungshilfe. Im Bewusstsein inhaltlicher Schwächen der KI achten die meisten Studierenden dabei auf ausreichende Eigenleistung. Dabei binden Studierende mit höherer Schreibkompetenz KI gezielter und in begrenzterem Ausmaß als Hilfsmittel in ihren Schreibprozess ein. Einige Studierende nutzen die Tools dagegen nicht (entweder bewusst und gezielt, etwa aus Sorge vor Deskilling, oder aber aufgrund fehlender Information und Anleitung). Nur ein geringer Anteil setzt sie unkritisch ohne ausreichend Eigenleistung ein, etwa zum Generieren vollständiger Texte. Insgesamt besteht sehr hohen Bedarf nach klaren Regelungen und Informationen zum Umgang mit KI beim akademischen Schreiben.
Wir danken herzlich allen, die uns bei der Verbreitung der Umfrage unterstützt haben, und würden uns freuen, wenn wir auch im kommenden Durchgang wieder so eine große Verbreitung erreichen könnten!
Nora Hoffmann (n.hoffmann@em.uni-frankfurt.de), Sarah Schmidt (sarah.schmidt@em.uni-frankfurt.de)